Freitag, 23. Mai 2008

Ausarbeitung der Referate



1. Biomapping - Christian Nold


Christian Nold:
  • Kunst und Designstudium in London
  • Entwickelt Tools, die von sozialem Nutzen sind der Umnutzung von bereits vorhandenen Technologien
  • Zusammenspiel von gebauter und sozialer Umwelt der Menschen darstellen
Biomapping bedeutet...
  • Die Erforschung der Wahrnehmungen von öffentlichen Räumen
    durch Testläufe durch die Stadt von Personen die mit Hautsensor und GPS Geräten ausgestattet sind
  • Die Route wird von den Probanden selbst gewählt
  • Nach den Rundgängen werden die Daten ausgewertet und in Google Earth bzw. auf Karten abgebildet, sodass eine sogenannte "emotionale Stadtkarte" entsteht. Für Greenwich und San Francisco wurde bereits eine solche Karte herausgearbeitet und ist in gedruckter Form erhältlich.
  • Biomapping kann als partizipative Methode angesehen werden, da die Personen direkt eingebunden in den Prozess eingebunden werden.

Technische Vorraussetzungen:

  • GPS
  • Hautsensor
  • Kamera
  • Software zur Visualisierung der Daten

Funktionsweise des Hautsensors:

Durch die Elektroden wandert geringer Strom durch die Finger. Ein Kondensator misst den Hautwiderstand (Das ist die Zeit, die der Kondensator braucht bis er mit Strom gefüllt ist).Da die Leitfähigkeit bei „Schweißhänden“ höher ist und der Kondensator schneller gefüllt ist bedeutet dies ein hoher Hautwiderstand, während bei trockenen Händen von einem niedrigen Hautwiderstand besprochen wird. Ausschlaggebend für die Messung ist nicht der Grundwert sondern die Differenzen die sich vom Anfang bis zum Ende der Messung ergeben. Es gibt keine Anhaltspunkte welche Art von Emotionen die unterschiedlichen Messwerte hervorrufen. Es kann sich hierbei um Stress, Freude, Schock etc. handeln.

Verschiedene Darstellungsarten:
Es gibt verschiedene Arten die Daten der Rundgänge in einer Karte bzw. Google Earth darzustellen.
Die alte Darstellungsart: verschiedenfarbige Punkte (rot = hohe Emotionen, grün = keine/wenig Emotionen) für die Emotionen. Es wird nur in 2D dargestellt.
Neue Darstellungsart: 3D-Darstellung der Emotionen, d.h. die unterschiedliche Höhe der Darstellung spiegelt die Emotionen der Probanten wider. Je höher die Kurven der Darstellungsart, desto höher auch die Emotionen.
Meinung der Gruppe: Die neue Darstellungsart wirkt sehr unübersichtlich wenn Rundgänge von verschiedenen Personen in einer Karte dargestellt sind. Es soll der Versuch gestartet werden eine besser geeignete Darstellung zu erarbeiten.


Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie unter http://www.biomapping.net/

Hier ist auch die Druckversion der Greenwich und San Francisco Emotion Map erhältlich.



2. Gestaltqualitäten und Angsträume im städtischen Raum

Stadtgestalt

  • Gesamtheit vorhandener Elemente, ihr Zusammenwirken und ihre Wahrnehmung
  • Identitätsbildend, Orientierungshilfe
  • Aufwertung/Image der Stadt

Gestaltqualität

  • Bedarfsgerechter Wohnraum
  • Grün- und Parkanlagen
  • Historisches Kulturerbe


Sieben Punkte einer „guten Stadtform“

  • Erneuerungsfähigkeit der Stadt
  • Bewusstsein für Bewohner
  • Funktionstüchtigkeit der Struktur
  • Kontrolle der öffentlichen Räume durch Nutzer
  • Effiziente Sicherung der Werte
  • Gerechte Kostenbelastung der Bevölkerung


Voraussetzungen

  • Stadtgestalt aus Sicht des Individuums entwickeln
  • Erfüllen der Bedürfnisse und Wünsche der Menschen
  • Möglichkeit der Selbstverwirklichung
  • Erlebte Umwelt an psychische und intellektuelle Bedürfnisse anpassen


Angsträume

Definition: Bereiche im (halb)-öffentlichem Raum, die Beunruhigung oder Angst erzeugen z. B. Tiefgaragen, Bahnhöfe, Unterführungen usw.


Merkmale

  • Unüberschaubar
  • Blickbeziehungen fehlen
  • Beleuchtung mangelhaft bzw. fehlt
  • Dunkelzonen
  • Sicherheitsanlagen fehlen ´


Subjektive Einschätzung

Sicherheit ist Grundlage für Lebensqualität à subjektive Einschätzung der eigenen Sicherheit im öffentlichen Raum wesentlicher Faktor für Angstgefühle.

Prävention

  • Städtebauliche Maßnahmen


Spezielle Angstgruppen

  • Frauen
  • Kinder/Jugendliche


3. Mental Maps - Kognitive Karten

Definition:

  • „Die im Gedächtnis verfügbare Repräsentationvon örtlichen Begebenheiten wie Plätzen, Wegen, Begrenzungen…“ (Hellbrück, Jürgen; Fischer, Manfred (1999): Umweltpsychologie)
  • Kognitives Kartieren: „Fähigkeiten die es uns ermöglichen, Informationen über die räumliche Umwelt zu sammeln, zu ordnen, zu speichern, abzurufen und zu verarbeiten.“(Downs, Roger; Stea, David (1982): Kognitive Karten - Die Welt in unseren Köpfen)

Merkmale kognitiver Karten

  • Vereinfachte Darstellung der komplexen Realität
  • Begradigung geschwungener Elemente
  • Rechtwinklige Darstellung von Kreuzungspunkten
  • Klare Nord-Süd- / Ost-West-Ausrichtung
  • Verzerrung
  • Personengruppenspezifisch

Techniken der Datenerhebung

  • Befragung (quantitativ)
  • Interview (qualitativ)
  • Ungestützte Abrufung der Erinnerung (frei gezeichnete Karten)
  • Gestützte Abrufung der Erinnerung (basierend auf bestehenden Landkarten und Bildern)

Meilensteine der Forschung

  • Edward C. Tolman (1948): Cognitive Maps in rats and men

















  • Kevin Lynch (1965):
    Das Bild der Stadt




















  • Roger M. Downs; David Stea (1982): Maps in Minds. Reflections on Cognitive Mapping, S. 8
















  • 1980er: zunehmende EDV - gestützte Kartierung (GIS)

  • Ab 1990er: Aufstellung von Algorithmen zur automatisierten Darstellung von Messungen von Gefühlen (u.a. Sorin Matei, Los Angeles)









(http://web.ics.purdue.edu/~smatei/MentalMaps/showcase/showcase.htm)


Wahrnehmungspsychologische Grundlagen
  • Wahrnehmung ist subjektiv und selektiv
  • Zerstückelt, fragmentisch und mit anderen Elementen und Interessen vermischt
  • Ergebnis: Individuelles Bild der Umwelt zur räumlichen Orientierung und Ordnung der Umgebung
  • Prozess zwischen Beobachter und seiner Umwelt (Sender-Empfänger-Prinzip)
  • Einflussfaktoren: Alter, Geschlecht, Erziehung, Beschäftigung, Bildungsstand



Elemente kognitiver Karten nach Lynch

  • Wege: vorherrschende Elemente der Stadt --> Kanäle durch die sich der Beobachter bewegt
  • Grenzlinien: Linearelemente die vom Beobachter nicht als Wege genutzt werden --> Visuelle Grenze zwischen zwei Gebieten
  • Bereiche: mittlere bis große Bereiche der Stadt --> Darstellung als zweidimensionale Gebiete, in die der Beobachter hinein geht
  • Brennpunkte: zentrale Punkte einer Stadt, die einem Beobachter zugänglich sind und intensiv genutzt werden
  • Merk- oder Wahrzeichen: optische Bezugspunkte

Anwendung auf das Kleine Studienprojekt

Ergänzung der Messungen mit dem Smartband

  • Das Einzeichnen der Ergebnisse des Smartbandes ist eine Kartierung des unterbewusst Wahrgenommenen
  • Einzeichnen von z.B. Angst- oder Wohlfühlräumen
  • Ergebnis: Abgrenzung von Räumen mit Handlungsbedarf



4. EKI.MA

Entwicklungskonzept Innenstadt


Was ist das EKI.MA?
Das Entwicklungskonzept Innenstadt Mannheim, kurz EKI.MA, ist ein mehrstufiger Planungs- und Beteiligungsprozess in dem übergreifende Perspektiven und Konzepte sowie konkrete Ideen und Maßnahmen für die Mannheimer Innenstadt entwickelt werden. Neu am Beteiligungsansatz des EKI ist, dass Partizipation bei der Entwicklung einer gesamtstädtischen Planungsstrategie stattfindet und nicht wie bisher üblich auf Quartiersebene oder begleitend zu konkreten Projekten.

Anlass
Vor dem Hintergrund der aktuell viel diskutierten demographischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungsprozesse ist es notwendig neue konzeptionelle und räumliche Perspektiven für eine nachhaltige Entwicklung der Mannheimer Innenstadt zu erarbeiten. Dabei stellt das EKI.MA keine abgeschlossene Planung dar, gleichzeitig soll es jedoch einen verbindlichen Rahmen für die künftige Stadtentwicklung liefern. In diesem Sinne werden Entwicklungsziele und Prioritäten im EKI klar definiert, es sollen jedoch Spielräume für sich ändernde Rahmenbedingungen offen gehalten werden.

Übergeordnete Ziele

  • mannheimspezifische Themen finden und diskutieren
  • bestehende Planungen und Projekte untersuchen und neu bewerten
  • Klarheit über das künftige Profil der Innenstadt gewinnen und Entwicklungsziele definieren
  • Projekte und Maßnahmen identifizieren und strategische Schwerpunkte bilden
  • ein fortschreibungsfähiges, integratives Konzept entwickeln, aus dem Entwicklungsperspektiven, neue Planungsideen, Handlungsfelder und reale Projekte entstehen

Der EKI-Prozess

  • Startphase (10/2006 – 02/2007):
    Sichtung und Auswertung aller bestehender Konzepte, Planungen, Projekte, Analysen und Innenstadt-Daten


  • Ideenphase (02/2007 – 07/2007):
    Innenstadtsafaris u. fünf Ideentische zu Fragestellungen der Innenstadtentwicklung (Interkultur, Einkaufen, Kreative Stadt, Transformation von Randgebieten und Heimat)


  • Konzeptphase (08/2007 – 10/2007):
    die Ergebnisse der Ideentische wurden zu einem Gesamtkonzept verdichtet und mit den politischen Gremien abgestimmt


  • Umsetzungsphase (Beginn 12/2007):
    Umsetzung konkreter Projekte und Maßnahmen im Stadtraum

Die Ergebnisse des EKI.MA
Bei der Überlagerung der in den Ideentischen erarbeiteten Konzeptansätze in Karten ergaben sich Bereiche mit geringem Handlungsbedarf und Gebiete, in denen sich die Maßnahmenvorschläge verdichteten. Diese sogenannten Spannungsfelder (s. Abb.) umfassen verschiedene Themenkomplexe:

  • Spannungsfeld „Boulevard“
  • Spannungsfeld „Perspektive Rhein“
  • Spannungsfeld „Integration“
  • Spannungsfeld „MetroPole“
  • Spannungsfeld „KulturQuadrate“
  • Spannungsfeld „Nachbarschaft“
  • Spannungsfeld „Brückenschlag“

Sie sind gekennzeichnet durch Vielfalt und Heterogenität, nicht nur in Form räumlicher Polaritäten. Auch als Spiegel aktueller gesellschaftlicher Transformationsprozesse verdeutlichen sie die Vielfalt und Gegensätzlichkeiten einer internationalen Stadtgesellschaft. Für jedes identifizierte Spannungsfeld wird eine Leitvision formuliert, die als Orientierungsrahmen für die zukünftige Stadtentwicklung der Mannheimer Innenstadt und des Jungbuschs dient.

Weitere Informationen zum EKI.MA sind auf der Homepage des EKI Mannheim verfügbar.

Download des EKI.MA als PDF.

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